Wir haben uns neulich mit dem Fotografen Dominik Berchtold mit einem Teil des MAP-Teams und Freunden auf ein tolles Abenteuer begeben. Wir starteten auf der Iller mit Raften und gingen nach einem Päuschen an unserer MAP-Station in Blaichach/Bihlerdorf zum Canyoning in der Starzlachklamm über.

Donnerstagfrüh: Wir treffen uns mit den Guides vor der Station von MAP-erlebnis.de. Die Sonne scheint. Die Wetterlage verspricht einen schönen Tag. Nur abends soll es gewittern und der kite-begeisterte Jonas Hierholzer erzählt von einer Tornado-Warnung.

Unsere Gruppe besteht aus neuen, frisch bei MAP-erlebnis.de ausgebildeten Guides, einem befreundeten Pärchen, dem Geschäftsführer von MAP-erlebnis.de, Jonas Hierholzer, dem Fotografen Dominik Berchtold und mir, Larissa Pucher, seit Frühjahr 2022 dabei.

Rafting auf der Iller im Allgäu MAP-erlebnis.de

Anni Nimtz ist frisch ausgebildeter Rafting-Guide. Ihr Lachen ist ansteckend. Ich wundere mich, dass eine so kleine, zierliche Frau so dreckig und laut lachen kann. Auch wenn sie über ihren eigenen, schlechten Witz lacht – Am Ende kichere ich und die anderen mit.

Raften auf der Iller im Oberallgäu

Die Boote sind auf dem Anhänger verstaut und festgezurrt. Die Leih-Ausrüstung haben wir an. Sie besteht aus einem Neopren-Anzug, Neopren-Socken, einem Rafting-Helm, einer Neopren-Jacke sowie einer Schwimmweste. Darunter tragen wir Badesachen und festes Schuhwerk mit gutem Profil.

Wir steigen in den VW-Bus und fahren los Richtung Fischen-Au. Verena Scherm aus dem Büro shuttelt uns dorthin. Wir kommen an und haben alle das starke Bedürfnis, uns sofort in der acht Grad kalten Iller zu erfrischen. Die Neopren-Anzüge isolieren wahnsinnig gut. Aber nichts gegen die Anzüge, die wir beim später beim Canyoning tragen werden.

Aber wir bekommen alle erstmal von Anni eine Sicherheitseinweisung auf dem Trockenen. Macht auch Sinn. Teilweise sind die Teilnehmer unserer Gruppe noch nie in einem Raft gesessen. Das Paddeln, die Technik, den Steuermann oder die -frau festlegen: Wir organisieren uns in den Booten und bekommen alles erklärt.

Dann tragen wir die Canadier und das große Soft-Raft, in dem der Fotograf Dominik Berchtold mit Jonas Hierholzer sitzen wird, runter an das Illerufer. Dort gibt es ein paar letzte Instruktionen und Tipps, wo wir am Besten fahren: Gleich am Anfang kommt schon eine Brücke mit einem Pfeiler mitten in der Iller. Alle meistern das Hindernis problemlos und wir genießen die Aussicht.

Teilweise träume ich etwas vor mich hin. Es ist auch zu schön hier! Die Aussicht abwechslungsreich, das Ufer schön begrünt, mal Kiesbänke, mal Sandstrände. Und das alles bei Kaiser-Wetter.

Wir steigen öfter mal aus. Allein schon, um uns im angenehm, kalten Wasser zu erfrischen. Die Neopren-Anzüge leisten dabei gute Arbeit. Gefühlt bin ich in Null Komma Nix wieder trocken, sobald es im Boot weitergeht.

Mit den Oberstdorfer Bergen im Rücken, rechts die Sonthofer Bergkette und links die Hörnergruppe geht es immer weiter flussabwärts Richtung Norden. Die Iller hat einen guten Wasserstand, teilweise etwas niedrig. Aber Anni gibt uns gute Tipps.

Sie als Guide fährt in einem sportlich, kleinen Kajak. Sie ist damit wendiger als wir: Zu viert verteilt in unseren zwei Canadiern sind wir wegen der Größe der Boote und unserem Gewicht träger. Aber auch das ist kein Problem.

Anni verhält sich auf der Iller wie ein Hirtenhund, der seine Herde im Blick behalten will. Sie paddelt immer wieder vorbei. Optimiert die Technik oder frägt, ob es uns gut geht. Ob wir uns trauen die ein oder andere kleinere Stromschnelle direkt zu überfahren oder ob wir lieber seitlich in sanfterem Gewässer ausweichen wollen. Bobby und ich wählen immer die extremere Variante. Die Iller ist ein sanfter Fluss. Vor allem im Hochsommer, wenn die Regenfälle nicht lange und ergiebig sind.

Team-Building als Touren-Element

Hinter einem kleinen Wasserfall steigen wir aus und ziehen unsere Canadier ans Kiesufer. Anni zeigt uns die „Wildwasserraupe“. Nicht etwa ein Insekt, sondern wir als Gruppe formieren uns zu einer Raupe.

Wie bei der Polonaise: Jeder hält sich an der Schwimmweste in der Schulterregion des Vordermannes oder der -frau fest. So nehmen wir Anlauf und lassen uns, auf dem Rücken treibend und Füße voran, durch das sprudelnde Wasser des Flusses treiben. Die Stromschnellen und das verwirbelte Wasser am Anfang lassen uns schnell starten.

Aber der Strom wird langsamer und wir alle schaffen es problemlos ans Ufer. Wir steigen wieder in die Canadier ein. Die Landschaft ist paradiesisch schön und geht es weiter. Die Bergkulisse ist einfach grandios und wir schippern auf der Iller nördlich Richtung Sonthofen.

Wasser und Sonne: Was will man mehr?

In einer kleinen Bucht auf Höhe Schweineberg am linken Ufer der Iller machen wir nochmal eine kleine Pause. Wir planschen in dem seichten, türkisblauen Wasser und Manu und Sabse bemalen sich gegenseitig mit Schlamm. Am Ende stehen sie mit „Kriegsbemalung“ auf ihren Backen vor uns.

Rafting auf der Iller im Allgäu MAP-erlebnis.de

In Sonthofen holt uns Verena wieder ab. Wir tragen die Boote über den Illerdamm, auf dem auch der Fahrradweg verläuft, in Richtung Bus und Anhänger.

Unsere trockenen Sachen sind im Kofferraum und wir sehnen uns „nach einer halben Sau im Semmel“. Der Essenswunsch kam spaßeshalber von einem Vegetarier in der Gruppe. Wir entscheiden uns alle am Ende doch für vegetarischen Döner.

Canyoning in der Starzlachklamm – Abseilen, Springen, Schwimmen, Rutschen

Wildes und nicht stilles Wasser erwartet uns in der Starzlachklamm. Knapp zehn Minuten Fahrt von der Station aus weg, eröffnet sich auf dem Weg hinauf ein Naturparadies, das seinesgleichen sucht: Es ist abwechslungsreich, wild, wunderschön, mit markanten Felsformationen, wir laufen durch erfrischend kalte Wälder, die in der von der Starzlach formierten Schlucht rechts und links stehen und die felsige Klamm begrünen.

„Candschoniiiing“, rufen die Guides laut und wir laufen ca. 20 Minuten hoch. Die Neopren-Anzüge sind bei dem Wetter nicht die beste Kleidung am Ufer. Aber die Wälder und die Schlucht, die durch den tosenden Bach heruntergekühlt wird, helfen.

Wir bekommen von Jonas Hierholzer eine detaillierte Einweisung: Er erklärt Fakten zur Sicherheit, zur Technik, erzählt von der Möglichkeit, jederzeit frühzeitig Sprünge, Rutschen oder Abseilen zu umgehen.

Das ist der Vorteil an der Starzlachklamm: Sie ist zwar mit „Level Zwei“ für euch Kunden in unserer Klasssifizierung gekennzeichnet, aber wenn ihr an einem gewissen Punkt, ein Hindernis nicht packt, dann könnt ihr gerne aus der Klamm aussteigen und den Fußweg benutzen, der parallel zur Starzlachklamm bei Burgberg verläuft.

Niklas Meyer ist ein Guide, der seit letztem Jahr dabei ist und auch bald zusätzlich zum Raften auch Canyoning bei MAP-erlebnis.de anbieten wird. Noch ist er in Ausbildung dafür. Er absolviert einige Hindernisse anders als die anderen.

Der Adrenalin-Junkie springt in eine Gumpe, in der das Wasser besonders tief ist. Er kennt das Gelände mittlerweile wie seine Westentasche und lässt das Seil einfach hängen.

Canyoning und Rafting im Allgäu MAP-erlebnis.de

An einer anderen Stelle hängt er am Seil und bietet eine witzige Einlage am Seil: „Pole-Dance im Canyon“, denke ich mir. Wir lachen. Anni natürlich am Lautesten und Dreckigsten.

Am Anfang der Schlucht gibt Niklas mir den Tipp, locker zu sein. Er sieht, wie ich etwas ungelenk, unsicher und sehr zögerlich durch das seichte Wasser laufe.

„Du merkst das sofort! Wenn du dich verkrampfst, kommst du nicht so gut vorwärts“, ruft er laut über das tosende Wasser der Starzlachklamm hinweg. Der Geräuschpegel ist dermaßen groß, dass wir uns mit Zeichensprache unterhalten.

Unser Tour-Guide Jonas Hierholzer hat uns allen am Anfang diese Signale gezeigt und erklärt. Eine Faust oben auf dem Helm gelegt bedeutet: „Alles ok, mir geht es gut.“

Einen Daumen nach oben zu recken, könnten die Teilnehmer oft nicht erkennen. Insbesondere, wenn sie weiter entfernt sind und der Daumen sogar noch vor dem Gesicht ist. Der Kontrast fehlt schlichtweg.

Die Starzlachklamm bietet viel Abwechslung

Sowohl ruhigere Gumpen als auch tosende Wasserfälle erwarten uns auf der Strecke. Gleich am Anfang haben wir den größten Abseiler. Über zwölf Meter geht es am Seil hinab. Das ist auch schon der größte Stresstest für alle: Ideal für alle Teilnehmer, denn danach kommt kein größerer Abseiler mehr. Aber auch hier besteht die Möglichkeit, dieses Hindernis zu umgehen. Wir alle meistern aber das erste Abenteuer am Seil.

Kleine und große Rutschen, die Oberfläche schön glatt gespült von dem frischen Wasser der Starzlach führen uns nach unten. Dazwischen Abseiler, Sprünge in Gumpen und zum Schluss die über zwölf Meter lange Rutsche ins letzte große Becken mit stillem, tiefem Gewässer.

Jonas hält hier oben auf dem Fels – am Start der Rutsche – jeden einzelnen Teilnehmer an seinem Klettergurt fest und bringt ihn oder sie in die richtige Position. Die Technik ist einfach beim Rutschen: Beine leicht anziehen, die Arme geschützt am Oberkörper halten und ab geht die Post. Selbst wenn die ein oder andere „Bodenwelle“ im Fels ist, ist das kein Problem. Der Neopren ist sehr dick.

Der Neopren-Anzug im Canyon

Der Neopren-Anzug beim Canyoning ist dick gepolstert und isoliert nicht nur gut, sondern schützt auch uns und unsere Körper vor tiefblauen Flecken, wenn der Untergrund beim Rutschen zum Beispiel mal uneben sein sollte.

Dazu kommt noch ein Schutz in Form einer festen Gummioberfläche am Hintern, der etwas mehr Grip verleiht. Das ist wichtig: Der Fels kann beim Canyoning sehr rutschig sein.

Grüne, bemooste oder veralgte Steine sollte man im Canyon meiden. Wenn ein besonders steiler Part vor einem liegt, ist es am Besten, sich zu setzen und mit Füßen und Händen vorwärts wie eine Spinne zu krabbeln. Dabei sollte man immer Fels-Kontakt mit dem Hinterteil suchen.

Jedes Hindernis zaubert uns ein fettes Grinsen ins Gesicht. Wir schreien und jubeln, wenn wir ein besonders Schweres gemeistert haben. Das Wichtigste ist, nicht allzu lang über die Konsequenzen nachzudenken, die ein blödes Aufkommen oder anderes nach sich ziehen.

Das bemerke ich vor allem am Schluss: Ich bin nicht gleich als Erstes mit Rutschen dran. Während dieser Zeit schaue ich den anderen zu und bemerke, wie kleine Zweifel in mir aufkommen. Aber ich kann mich schnell überwinden. Jonas Hierholzer als der erfahrenste Guide beim Canyoning bei MAP-erlebnis.de positioniert uns am Anfang der großen, steilen Felsrutsche so, dass wirklich nichts passieren kann.

Jeder MAP-Guide kennt das Gelände in den Klammen, in denen wir Touren anbieten, wie seine oder ihre Westentasche. Genauestens erklärt, wo man am Besten hinspringen oder hin rutschen muss, fühlt sich jeder von uns gut aufgehoben. Wenn die Gumpe mal tiefer ist, treibt der dicke Neoprenanzug uns schnell wieder nach oben. Deshalb braucht es im Canyon auch keine Schwimmweste.

Besonders das erste und das letzte Hindernis haben es mir angetan. Die Rutsche am Ende hat mich, wie schon erwähnt, am meisten Überwindung gekostet. Dafür habe ich danach umso mehr Adrenalin im Körper gehabt und habe bestimmt noch lauter geschrien als bei den anderen Sprüngen, Abseilern oder Rutschen.

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